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Festpreis beim Fertighaus: Was er abdeckt und was nicht

Ein Festpreis schafft Planungssicherheit. Doch welche Kosten stecken darin, und welche kommen beim Hausbau noch hinzu?

Von Romeo Vetter28. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Festpreis beim Fertighaus: Was er abdeckt und was nicht
Der Festpreis ist für viele Bauherren eines der wichtigsten Argumente für ein Fertighaus. Er schützt vor steigenden Material- und Lohnkosten während der Bauphase und macht die Finanzierung planbar. Doch Festpreis heißt nicht, dass das gesamte Bauprojekt zu einem festen Betrag zu haben ist. Damit die Kalkulation stimmt, sollte man genau wissen, welche Leistungen er umfasst, welche Kosten zusätzlich anfallen und wie man Angebote fair vergleicht.

Was ein Festpreis bedeutet

Mit einem Festpreis verpflichtet sich der Hausanbieter, die vertraglich vereinbarten Leistungen zu einem festen Betrag zu erbringen. Preissteigerungen bei Material oder Löhnen trägt in diesem Zeitraum der Anbieter, nicht der Bauherr. Wichtig ist, wie lange die Preisbindung gilt und unter welchen Bedingungen sie endet, zum Beispiel wenn sich der Baubeginn durch den Bauherrn deutlich verzögert. Diese Punkte stehen im Vertrag und sollten vor der Unterschrift klar sein.

Was typischerweise enthalten ist

Der Festpreis bezieht sich in der Regel auf das Haus selbst in der vereinbarten Ausbaustufe. Dazu gehören meist:
  • Planung des Hauses und Bauantragsunterlagen
  • Fertigung der Wand-, Decken- und Dachelemente im Werk
  • Lieferung und Montage der Gebäudehülle
  • Fenster, Haustür und Dacheindeckung
  • die vertraglich beschriebenen Ausbauleistungen, etwa Haustechnik, Estrich oder Bäder
Maßgeblich ist immer die Bau- und Leistungsbeschreibung. Sie regelt nicht nur, was gebaut wird, sondern auch in welcher Qualität: welche Fenster, welche Dämmstärke, welche Heizung, welche Fliesen bis zu welchem Quadratmeterpreis. Je konkreter diese Beschreibung ist, desto besser lässt sich das Angebot einschätzen.

Was oft extra kostet

Viele Kosten fallen außerhalb des Hauspreises an. Sie werden häufig als Baunebenkosten zusammengefasst und unterschätzt:
  • Grundstück, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbucheintrag
  • Bodenplatte oder Keller
  • Erdarbeiten, Aushub und gegebenenfalls Bodenaustausch
  • Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation
  • Baugrundgutachten und Vermessung
  • Baugenehmigungsgebühren und Prüfstatik
  • Bauherrenhaftpflicht- und Bauleistungsversicherung
  • Außenanlagen wie Zufahrt, Terrasse, Garten und Zaun
  • Garage oder Carport
  • Küche, Einbaumöbel und Beleuchtung
  • Finanzierungskosten wie Bereitstellungszinsen
Je nach Grundstück und Region können diese Posten einen erheblichen Teil des Gesamtbudgets ausmachen. Wer sie von Anfang an einplant, vermeidet Finanzierungslücken.

Ausbaustufe entscheidet mit

Wie hoch der Festpreis ist, hängt stark von der gewählten Ausbaustufe ab:
  • Ausbauhaus: Die Gebäudehülle steht, der Innenausbau liegt beim Bauherrn. Das ist die günstigste Variante, setzt aber viel Eigenleistung voraus.
  • Technikfertig: Die Haustechnik ist installiert, Böden, Malerarbeiten und teilweise Fliesen übernimmt der Bauherr.
  • Schlüsselfertig: Das Haus wird bezugsfertig übergeben. Die Arbeiten sind im Preis enthalten, Schnittstellen und Abstimmung entfallen weitgehend.
Eigenleistung kann Geld sparen, sollte aber realistisch geplant werden. Banken erkennen sie oft nur begrenzt als Eigenkapital an, und Verzögerungen verschieben den Einzug, während Miete und Kreditrate parallel laufen.

Sonderwünsche und Bemusterung

Ein häufiger Grund für Mehrkosten sind Sonderwünsche bei der Bemusterung: größere Fenster, eine bodengleiche Dusche, hochwertigere Böden oder zusätzliche Steckdosen. Jede dieser Änderungen ist für sich überschaubar, in der Summe kommen schnell größere Beträge zusammen. Legen Sie vorab ein Budget für Sonderwünsche fest und lassen Sie sich Aufpreise vor der Entscheidung schriftlich geben.

Angebote richtig vergleichen

Zwei Angebote mit ähnlicher Endsumme können sehr unterschiedliche Leistungen enthalten. Vergleichen Sie deshalb immer anhand der Leistungsbeschreibung, nicht nur anhand des Preises. Achten Sie besonders auf:
  • Wohnfläche und wie sie berechnet wurde
  • Energiestandard, Dämmung und Heizsystem
  • ob Photovoltaik, Lüftung und Bodenplatte enthalten sind
  • Qualität von Fenstern, Bodenbelägen und Sanitärausstattung
  • Dauer der Preisbindung und Zahlungsplan
  • Gewährleistung und Leistungen bei der Abnahme

Tipps für eine solide Kalkulation

Planen Sie für Baunebenkosten einen realistischen Betrag ein und ergänzen Sie einen Finanzierungspuffer, falls etwa der Baugrund aufwendiger ist als erwartet. Lassen Sie sich für Bodenplatte und Hausanschlüsse frühzeitig Angebote erstellen. Und prüfen Sie, ob Förderprogramme den Energiestandard voraussetzen, den Ihr Angebot enthält.
Einen ersten Eindruck vom Hauspreis gibt unser Hauskonfigurator: Sie wählen Haustyp und Ausstattung und sehen direkt, wie sich Ihre Entscheidungen auf den Preis auswirken.

Häufige Fragen

Ist der Festpreis wirklich fest?

Für die vertraglich vereinbarten Leistungen und innerhalb der vereinbarten Frist ja. Änderungen und Sonderwünsche werden zusätzlich berechnet.

Sind Bodenplatte und Keller im Festpreis enthalten?

Das ist bei vielen Anbietern nicht der Fall. Prüfen Sie in der Leistungsbeschreibung, ob und in welchem Umfang die Gründung enthalten ist.

Wie viel sollte ich für Baunebenkosten einplanen?

Das hängt stark von Grundstück, Region und Ausstattung ab. Lassen Sie sich für Ihr konkretes Projekt eine Aufstellung erstellen, statt mit pauschalen Prozentwerten zu rechnen.
Wer die Bestandteile des Festpreises kennt, kann Angebote fair vergleichen und vermeidet Lücken in der Finanzierung. Bei Fragen zu Ihrem Projekt beraten wir Sie gern.
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